Wohnbehaglichkeit

 

Raumklima und Behaglichkeit

 

Aussenklima

Wir leben, mitten in Europa in einer gemässigten Klimazone, es ist kalt im Winter und kann ganz schön warm werden im Sommer. Oft regnet es, manchmal sintflutartig, dann ist es wieder lange trocken, der Boden wird rissig, Staub wird aufgewirbelt, bis wieder Regen fällt, gefolgt von Schnee, es stürmt, es ist kalt, Stein und Bein gefroren, ein kalter Wind bläst, ein Sturm zieht auf, wieder ist die Luft heiss-feucht und schwül. Es ist eine böse, brutale Welt da draussen, fast lebensfeindlich.

Das Haus muss uns vor diesen Einflüssen schützen! Aussenwände und Dach halten Regen, Schnee, Wind, Stürme und sonst alle widrigen Wetter ab. So bildet sich, mit oder ohne unser Zutun im Haus ein Mikroklima.

 

Das Innenraumklima

Das Klima im Innern des Hauses sollte behaglich sein, wenn es draussen stürmt und schneit dürfen sich die Bewohner wohl fühlen, geschützt und behütet vor der unberechenbaren Welt dort draussen, angenehm Warm, umgeben von gesunder, frischer Luft.

 

Temperatur

Im Winter braucht müssen die Aufenthaltsräume geheizt werden. Verschiedene Heizsystem, respektive Wärmeverteilsysteme wie Heizkörper, Bodenheizung oder Wandheizungen geben unterschiedlich behagliche Wärme ab. Die, im Winter kalte, relative trockene Luft wird im Raum auf eine behagliche Temperatur aufgeheizt. Zu beachten ist, dass sich durch die Heizflächen keine Zugserscheinungen ergeben, dass keine Bauteile übermässig aufgeheizt werden, und andere zu kalt sind, sodass Kondensat ausfällt.

 

Feuchtigkeit

Die aufgewärmte Luft kann jetzt viel Feuchtigkeit aufnehmen, das heisst, die Raumluft wird trocken. Das kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie trockenen Schleimhäuten führen. Die Raumluft sollte etwa 40 - 60% Feuchtigkeit enthalten.

Durch schwitzen, duschen und kochen, oder durch Zimmerpflanzen wird der Raumluft Feuchtigkeit zugeführt. Ist die Raumluft zu feucht, die Temperatur hoch und das Haus nicht sauber gedämmt, ergeben sich schnell Feuchtigkeitsprobleme, vielleicht hat es Schimmelbefall zur folge. Schimmel hat gerne Feuchtigkeit und ein wenig Wärme um zu gedeihen. Viele Wohnschäden sind heute auf Schimmel zurück zu führen.

 

Luft

Heute sind die Häuser, um die Energiezufuhr zu minimieren, massiv gegen Wärmeverlust gedämmt. Je nach Materialwahl erfordert das eine konsequent dichte Bauweise. Wird jetzt die Raumluft nur mässig erneuert, das heisst, wird schlecht gelüftet, können sich Feuchtigkeitsschäden bilden, da die feuchte, verbrauchte Luft nicht mehr erneuert wird. Aber auch allfällige Schadstoffausdünstungen werden nicht mehr abgeführt, ganz zu schweigen von Geruchsbelästigungen aller Art. Um der dichten Gebäudehülle entgegen zu wirken, hat man, insbesondere als Bestandteil der Minergie-Zertifizierung, die kontrollierte Lüftung eingeführt. So ist die Raumluft, auch nach längerer Abwesenheit, etwa nach den Ferien, immer angenehm frisch.

 

Schadstoffe

Weitere Einflüsse auf die Behaglichkeit sind, wie schon erwähnt, chemische Emissionen aus Baumaterien, Farben und Einrichtungsgegenständen. Dazu gehören Gerüche, Ausdünstungen, Stäube und toxische Substanzen aller Art, das heisst Wohngifte wie Formaldehyd, Lösungsmittel oder Mikrofasern.

 

Licht

Zur Behaglichkeit gehört auch eine gute Beleuchtung, gutes Licht, das den Augen angenehm ist. Leuchten haben einen grossen Einfluss auf den Wohnkomfort, oder können das gesunde wohnen stark beeinträchtigen. Das wichtigste Licht ist das Tageslicht, darum haben wir, besonders in der Sonnenrichtung grosse Fenster. Die Konsequenz ist, dass die Räume im Sommer stark aufgeheizt werden. Darum ist gehört auch eine entsprechende Beschattung zur Behaglichkeit.

 

Lärm, Vibrationen

Eine weitere Störung der Lebensqualität sind Lärm und allenfalls sogar Vibrationen oder Erschütterungen, auch gegen diese Einwirkungen muss die Gebäudehülle schützen, auch sie gehören zum Mikroklima des Hauses.

 

Weitere Störungen

Gewisse Einwirkungen können nicht direkt mit den Sinnen wahrgenommen werden. Dazu gehören alle Arten des Elektrosmog aus Hausinstallationen und elektrischen Gräten, sowie geopatische Störungen, welche vielen Leuten bewusst oder unbewusst die Wohnqualität vergällen. Elektrosmog, feinstoffliche Störungen aber auch etwa Radioaktivität, können nur vom Messtechniker gemessen werden.

 

Kontroversen

Nicht alle Baubiologen sind begeistert über hochgedämmte, dicht gebaute Häuser, welche eine Zwangslüftung erfordern. Früher waren selbst die Aussenwände, etwa bei einem Fachwerkhaus undicht, die Vorhänge vor den Fenstern bewegten sich, wenn der Wind draussen stürmte. Heute ist das anders, die Fenster haben Doppellippendichtungen und die Frische Luft muss über ein Rohrsystem eingeblasen werden, welches die Luftströme ionisiert, oder welches sich schlecht reinigen lässt und mit der Zeit unhygienisch wird. Kontroversen ergibt auch die Beleuchtung, für welche es verschiedene Systeme gibt, kontrovers sind Energiesparlampen, Leuchtsoffröhren oder Glühbirnen. Die Liste an Kontroversen kann fortgeführt werden.

So ergibt sich eine Beratungsphilosophe der Wohnbehaglichkeit. Fragen Sie Ihren Architekten oder Ihren Bauberater aus der Fachgruppe Hausuntersuchung, er kann Ihnen aus seiner Erfahrung, an Ihre Bedürfnisse angepasste Vorkehrungen empfehlen.


 © 2017 Fachgruppe Hausuntersuchung FGHU


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